Die Landgrafen von Leuchtenberg



Der Name "Herren von Lukenberge" tritt um das Jahr 1100 zum erstenmal in der Geschichte auf. Was vor dieser Zeit sich im Gebiet von Leuchtenberg abspielte, wer dort herrschte, wer die Burg baute, ist urkundlich nicht nachzuweisen. Alle Annahmen über Vorgänger des Geschlechts der Leuchtenberger können ihre Richtigkeit haben, aber es finden sich bis heute diesbezüglich keine exakten Beweise.

Im Jahre 1043 schenkte Kaiser Heinrich III. dem Ritter Berengar (Beringer) eine Anzahl von Gütern im Gebiet des Luheflusses. Grenzsicherung und kraftvolle Durchsetzung kaiserlicher Macht in der Nordmark (Nordgau) war es wohl, was der Kaiser im Auge hatte. Ein Nachfolger dieses Berengar dürfte vielleicht ein Adliger mit dem Namen Liuko - Liutger gewesen sein, der im Tal weiterrodete und die Siedlung Liuko-rieth, Heute Lückenrieth, gründete.

Um den Auftrag seines Vorgängers Berengar zu erfüllen, befestigte er sein Siedlungsgebiet und kann als Erbauer der Burg auf dem nahen Berg, Liuko-berg, genannt werden. Urkundlich ist dies zwar nicht bezeugt, aber zahlreiche Historiker stimmen dieser Version zu, weil ja auch die ersten Namen dieses Berges urkundlich als Liukenberg, Liugenberg und Lukenberg auftreten. Es dürfte ohne Zweifel sein, dass bereits vor dem Jahre 1100 eine burgähnliche Befestigung auf dem Berge vorhanden war. Es ist auch kaum anzunehmen, dass der edle Gebhard von Waldeck einen nackten, felsigen Berg und ein menschenleeres Gebiet als Lehen erhalten und angenommen hat.

Das Geschlecht der Herren, Grafen und Fürsten von Leuchtenberg kann lückenlos nachgewiesen werden.


Gebhard von Waldekken als Gebhard I. von Leuchtenberg
Ca. 1100. Erweiterung und Befestigung der Burg. Bau der Kirche von Leuchtenberg und Einweihung durch Bischof Otto dem Heiligen von Bamberg 1124. Er starb 1146.

Gebhard II.
Beteiligung am 2. Kreuzzug 1147/49 unter Konrad II. 1158 beim ersten deutschen Reichstag in Roncaglia durch Kaiser Friedrich Barbarossa in den Grafenstand erhoben.

Diepold I.
1196, nach dem Aussterben der Landgrafen von Stefling zum Landgrafen ernannt. Beteiligung an den Kreuzzügen des Welfenkönigs Otto IV. nach Rom. Aus dem letzten Kriegszug nicht mehr zurückgekehrt.

Gebhard III.
Bruder Diepolds I., setzte die Linie fort. Verpfändung der Burg an den Grafen von Murach 1233 mit der Auflage, den verfallenen Burgturm wiederherzustellen. Er starb 1244.

Gebhard IV.
Teilung des Besitzes. Friedrich II. erhielt Waldeck, Gebhard IV. Leuchtenberg. Belagerung der sehr starken Burg durch Herzog Ludwig den Strengen von Bayern im Jahre 1268 ohne Erfolg. Er starb 1279.

Gebhard VI.
Er setzte den Stamm der Leuchtenberger fort.

Ulrich I.
Er leitete die Blütezeit seines Geschlechts ein. Stand auf Seiten Ludwigs des Bayern und nahm an der Schlacht bei Gammelsdorf 1313 teil. 1332 erwarb er den Ort Pfreimd als Besitz.

Ulrich II. und Johann I.
Teilung der Landgrafschaft. Ulrich erhielt Pfreimd, umbaute es mit einer Mauer und erhob es 1372 zur Stadt. Hauptstadt der Landgrafschaft Leuchtenberg. Die Landgrafen auf der Höhe ihrer Macht. Bau des Pfrentschweihers 1362. Johann erbte die Grafschaft Hals. Johann regierte in Pleystein, Ulrich in Pfreimd. Ulrich erbaute die Kirche auf dem Eixlberg.

Albrecht
Er starb unvermählt 1404. Unter seiner Herrschaft wurde ca. 1390 Leuchtenberg zum Markte erhoben.

Leopold
Bruder Albrechts; nahm teil am Konzil von Konstanz; kämpfte erfolgreich gegen die Hussiten bei Weiden. 1440 erweiterte und befestigte er die Burg Leuchtenberg und erbaute die Burgkapelle im hochgotischen Stil. Er starb 1463 und liegt in Pfreimd begraben.

Friedrich V.
Er hob den Wohlstand seiner Bürger und erweiterte die Marktrechte seiner Residenzstadt Pfreimd. Er starb 1487.

Johann IV.
Er erhob seinen Regierungsort 1497 erneut zur Stadt und erweiterte die Stadtrechte, bestätigte die Monats- und Jahrmärkte und das "nach altem Herkommen" übliche Fastnachtsgericht. Er war der stärkste Förderer seiner Residenzstadt. Er starb 1531, nachdem er in seinem Testament das Primogeniturgesetz (Erstgeburtsrecht) bestimmt hatte.

Georg III.
Kaiser Karl V. ernannte den genialen Fürsten zu seinem kaiserlichen Rat und Geheimkämmerer. 1532 erwarb er rechtlich die Herrschaft Grünsfeld in Baden für die Landgrafschaft Leuchtenberg, die bis zum Aussterben des Geschlechts im Besitz der Leuchtenberger war. Er starb 1555.

Ludwig Heinrich
Regierte nur wenige Jahre. Der tolerant gesinnte Fürst übte keinen Zwang auf seine Untertanen aus und duldete in seinem Herrschaftsbereich beide Konfessionen. Er starb 1567, als sein Sohn erst vier Jahre alt war.

Georg Ludwig
Streng katholisch richtete er sich nach den Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens 1555. Seit 1588 Reichsfürst. Er erbaute von 1594 bis 1601 das Franziskanerkloster in Pfreimd. 1594 Reichshofratspräsident, seit 1601 beim Kaiserhof in Prag; 1613 in Wien an der Pest gestorben. Liegt mit seinen drei Gemahlinnen in Pfreimd begraben.

Wilhelm
Durch liederlichen Lebenswandel brachte er die Landgrafschaft in große Verschuldung. Mehrmals eingekerkert. Trat in den Franziskanerorden ein und starb 1634 als Franziskanerpriester in Ingolstadt.

Max Adam
Der 30-jährige Krieg brachte Not und Elend über die ganze Landgrafschaft. Eine Verarmung von Adel und Volk war die Folge. Als letzter seines ruhmreichen Stammes verstarb Maximilian Adam 1646 in Nördlingen, körperlich und seelisch gebrochen. Sein Sohn Christoph Franz starb am Tage seiner Geburt.